Die Teilung der Erde

(von Friedrich Schiller)

»Nehmt hin die Welt!« rief Zeus von seinen Höhen – Den Menschen zu. »Nehmt, sie soll euer sein!
Euch schenk ich sie zum Erb und ewgen Lehen – Doch teilt euch brüderlich darein!«

Jedoch – seit der Mensch sesshaft wurde, kam es zu Streitigkeiten um Land und Besitz. Mit wachsender Bevölkerung entwickelten sich daraus kriegerische Auseinandersetzungen. Königreiche und Imperien entstanden und kämpften in Erbfolge- und Eroberungskriegen um Territorien und Einfluss. Reiterheere zogen plündernd durch Länder, Glaubenskriege verwüsteten ganze Regionen und vernichteten Völker und Kulturen.

Mit der Entstehung von Nationalstaaten entstand auch der Nationalismus was neue Konflikte und Kriege mit anderen Staaten hervorrief. Auch wurden unterschiedliche Ethnien unter gemeinsame Herrschaft gezwungen, was wiederum Bürgerkriege nach sich zog. Diese Entwicklung gipfelte schließlich in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts.

Doch die Menschheit hat daraus nicht dauerhaft gelernt . Was tun?, sprach Zeus!

Auch heute stehen wir erneut vor einer Phase globaler Spannungen und Machtverschiebungen. Es entstehen klar erkennbare Machtblöcke und Einflusszonen.

Die Vereinigten Staaten sind weiterhin die führende Weltmacht und beanspruchen erheblichen politischen und militärischen Einfluss, insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent und darüber hinaus. Gleichzeitig ist China zu einer nahezu gleichrangigen Großmacht aufgestiegen. Es hat seinen Einfluss in Asien stark ausgeweitet und betrachtet große Teile Ost- und Südostasiens als seine strategische Einflusssphäre.

Russland hat nach dem Zerfall der Sowjetunion zunächst an Einfluss verloren, versucht jedoch erneut, eine eigenständige geopolitische Rolle zu festigen. Trotz großer natürlicher Ressourcen, militärischer Stärke und technologischer Fähigkeiten steht es wirtschaftlich vor strukturellen Herausforderungen, insbesondere aufgrund seiner vergleichsweise geringen Bevölkerungszahl und industriellen Abhängigkeiten in bestimmten Schlüsseltechnologien.

Auch andere Staaten gewinnen an Bedeutung. Indien entwickelt sich wirtschaftlich und militärisch dynamisch, während Länder wie Brasilien in Südamerika, die Türkei im Nahen Osten und Nigeria in Afrika das Potenzial haben, regionale Führungsrollen einzunehmen.

 In Ostasien bilden wirtschaftlich starke Nationen wie Japan und Südkorea eigenständige Machtzentren und versuchen, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.

Japan, Südkorea, die Philippinen, Indonesien, alles sog. Tigerstaaten, und selbst Nordkorea wollen gewiss nicht unter die Fuchtel Chinas geraten.

Was, wenn Nordkorea das chinesische System des kommunistischen Kapitalismus übernimmt. Südkorea lässt gewisse Produkte bereits in Nordkorea herstellen. Der Wunsch beider Staaten nach einer Wiedervereinigung besteht immer noch.

Da Japan das wirtschaftlich stärkste Land in der Region ist, könnte ein Machtblock unter der Führung Japans entstehen.

Im Gegensatz zu den Aufsteigern in Asien und der dritten Welt befindet sich Europa im Abstieg. Hohe Verschuldung, Deindustrialisierung, Überregulierungen und ideologische Denk- und Verhaltensweise sind der direkte Weg ins Abseits.

Nur wenn Deutschland seinen ideologischen Ballast abwirft und die Zügel in die Hand nimmt, um die Staaten Europas zu führen, kann Europa wieder eine Macht mit Einfluss werden – wenn nicht, wird es zum Spielball anderer.

Deutschland und Japan, die Weltkriegsverlierer, als Führungsnationen zweier Machtblöcke; was für eine historische Ironie!

So erleben wir heute erneut eine Phase, die an Schillers „Teilung der Erde“ erinnert. Die Welt wird nicht mehr physisch aufgeteilt wie in vergangenen Jahrhunderten, doch Einfluss, Macht und Ordnung werden neu verteilt. Neue Machtzentren entstehen, während alte ihre Stellung behaupten oder verlieren.

Die Frage bleibt dieselbe wie einst in der Dichtung: Welche Rolle wird den einzelnen Nationen – und letztlich dem Menschen selbst – in dieser neuen Ordnung zukommen?

(Gerd-Uwe Dahlmann

Ukraine: Die nächste Eskalationsstufe

Ukraine: Die nächste Eskalationsstufe

 Selenskys Offensiven an der Nord- bzw. Südfront versiegen zusehends. Langsam aber stetig geht die Initiative wieder zurück an Rußland. Mit der Sprengung der Krimbrücke hat die Ukraine die nächst höhere Eskalationsstufe eingeläutet. Rußland reagierte prompt und zerstört, wie erwartet, sukzessive die Infrastrukturen der Ukraine. Der Westen kann Waffen liefern so viele er will, wenn die Brücken, große Gleisanlagen, Verladebahnhöfe, wichtige Straßenkreuzungen, Flugplätze zerstört sind, ist die ukrainische Armee letztlich bewegungsunfähig. Dann geht der Nachschub von Munition, Benzin und anderen Versorgungsgütern nur noch schleppend vonstatten. Wenn darüber hinaus noch die Wasser- Strom- und Gasversorgung in großen Teilen der Ukraine zusammenbricht, wirkt sich das auch auf die Kampfkraft der Truppe aus. Die ukrainisch- militärische Führung muß das wissen, sie muß aber verbissen weiter kämpfen, da die Politik nicht bereit ist zu verhandeln.

Deutsche Politiker, allen voran die Verteidigungsministerin, stellen sich breitschultrig auf und meinen, mit Putin gäbe es auch nichts zu verhandeln. Also wird unverdrossen weiter, für einen Krieg der nicht zu gewinnen ist, Blut vergossen. Ausgerechnet verantwortet von Leuten, die jahrelang gegen das Militär zu Felde gezogen sind und den Wehrdienst verweigert haben.

Diese Leute führen für meine Begriffe zu häufig das „Wir müssen“ im Munde.“- „Wir müssen die Ukraine (bedingungslos) unterstützen“. Wer sind Wir?

Auf Grund solcher leichtfertigen Redensarten lassen sich die nächsten Eskalations-stufen vorhersagen: Irgendwann benötigt die Ukraine Soldaten, da die eigenen ausgehen. Zunächst schicken wir Freiwillige, die in ukrainische Uniformen gesteckt werden. Wenn das nicht mehr reicht, werden Freiwillige rekrutiert. – Sie glauben das nicht? Jungen Männern, die heute noch mit ukrainischen Fahnen und Parolen schreiend durch die Straßen rennen, wird man dann tief in die Augen schauen und ins Gewissen reden, und zwar, daß verbale Solidarität nicht ausreicht. Diese Solidaritätspflicht wird dann weiträumig auf alle Anderen ausgedehnt, da darf sich niemand drücken. Das dürfte auch in anderen Ländern Schule machen.

Es kommt der Zeitpunkt an dem Wir (!) nicht mehr aus dieser Nummer heraus kommen (oder ist er schon erreicht?), wo die Grenzen des Handelns verschwimmen und niemand weiß, wo vorn und hinten ist.

Denn das Spiel heißt in Wirklichkeit: USA vs. Rußland; tatsächlich aber ist das ganze Ukraine-Theater nur eine Übung – der Amerikaner und ihrer Vasallen – für einen konventionellen modernen Krieg. Man probiert die neuesten Waffen und Taktiken aus und zwar nicht gegen einen total unterlegenen Gegner, wie den Irak oder Libyen, sondern gegen starke Gegner wie Rußland oder vorausschauend China.

Die Auftritte Selenskys sind reine Show und Propaganda. Selensky handelt nicht selbständig, er vertritt US-Interessen, er ist nur „the puppet on a string“.

Und so wird der Krieg weiter – von einfältigen Politikern und ideologisch beschränkten Medien – befeuert werden, bis wir nach einer atomaren Auseinander-setzung in einer anderen Welt erwachen werden.

„Wir werden weiter marschieren, bis alles in Scherben fällt!“

Nein, Frau Baerbock, meine Söhne kriegt Ihr nicht! Meine Söhne haben Wehrdienst geleistet, um gegebenenfalls ihr Vaterland (ja Vaterland oder Erster-Elternteil-Land, Frau Baerbock) zu verteidigen, aber nicht um als Kanonenfutter den Interessen der US-Imperialisten für eine neue Weltordnung zu dienen.

Die Hundert Familien (s. „Vor den Toren zum Paradies“ von G.-U. Dahlmann 2015) beherrschen noch nicht die Welt!….Noch nicht ganz! Vielleicht verhindern das ausgerechnet die Diktaturen Rußland und China.

Gerd-Uwe Dahlmann

Anmerkung:

Eine Menschheit, die ständig darüber nachsinnt, wie sie sich gegenseitig umbringen kann; sei es mit Atombomben, tödlichen Viren, chemischen Massenvernichtungs-waffen oder wie sie mit Hackerangriffen andere Staaten völlig lahm legen kann; eine solche Menschheit kann nicht überleben! Die Natur wird dann, trotz Klimaerwärmung, ohne uns weitermachen. (s. „Vor den Toren zum Paradies“ von G.-U. Dahlmann 2015)