Die Mechanisierung des Krieges

Die sicherheitspolitische Lage Europas verändert sich grundlegend. Die USA richten ihren strategischen Schwerpunkt zunehmend auf Ostasien und den Pazifikraum aus und ziehen sich schrittweise aus Europa und teilweise auch aus ihrer bisherigen Rolle innerhalb der NATO zurück. Dadurch sehen sich die europäischen Staaten gezwungen, ihre Verteidigungsfähigkeit eigenständig auszubauen, insbesondere mit Blick auf die Spannungen mit Russland.

Deutschland steht dabei vor mehreren Problemen zugleich. Über viele Jahre wurde die Bundeswehr vernachlässigt, militärische Investitionen wurden reduziert oder aufgeschoben. Gleichzeitig hat die deutsche Politik es versäumt, sich durch langfristige und ausgewogene Diplomatie strategisch abzusichern. Die Beziehungen zu wichtigen globalen Akteuren wie den USA, Russland und China haben sich verschlechtert, wodurch Deutschland wichtige Rohstoffe und wirtschaftliche Vorteile verloren oder gegen neue Abhängigkeiten eingetauscht hat. Hinzu kommt, dass vorhandene eigene Ressourcen – etwa Gas- oder Mineralvorkommen – aus politischen und ideologischen Gründen kaum genutzt werden.

Nun versucht die Politik, in kurzer Zeit große Teile der versäumten Aufrüstung nachzuholen. Milliardenbeträge fließen in neue Waffensysteme. Allerdings fehlt häufig eine klare strategische Linie. Gleichzeitig werden Panzer, Haubitzen, Drohnen, Fregatten, U-Boote und weitere Systeme bestellt, ohne dass eindeutig definiert ist, welche militärischen Szenarien künftig tatsächlich entscheidend sein werden.

Ein weiteres Problem ist der Personalmangel. Jahrzehntelang wurde das Soldatenbild in Teilen der Gesellschaft kritisch oder ablehnend betrachtet (Soldaten sind Mörder). Patriotismus und die Bereitschaft zum militärischen Dienst haben deutlich abgenommen. Nun benötigt die Bundeswehr plötzlich wesentlich mehr Soldaten, doch ein großer Teil der jungen Generation ist kaum noch bereit, einen Kampfeinsatz oder gar das eigene Leben für das Land zu riskieren – Patriotismus war gestern.

Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zeigen gleichzeitig, daß sich die Art der Kriegsführung grundlegend verändert. Der moderne Krieg wird zunehmend technologisiert und automatisiert. Drohnen können zu Wasser, zu Lande und in der Luft eingesetzt werden, aber auch zur Abwehr dieser Systeme. Flächendeckend eingesetzte elektronische oder mechanische Fernausschaltung lebenswichtiger Infrastrukturen des Feindes, wie Wasserversorgung, Elektrizität, Kommunikation, Straßen und Schienen, können ein ganzes Land außer Funktion setzen.

Solche Angriffe könnten in Zukunft eine ähnlich große strategische Wirkung entfalten wie klassische Atomwaffen.

Auch traditionelle Waffensysteme verändern sich. Unbemannte Panzer, Flugzeuge oder U-Boote benötigen keine Besatzung mehr. Dadurch werden sie kleiner, leichter und kostengünstiger. Schutzsysteme für Soldaten entfallen, ebenso viele logistische Anforderungen. Unbemannte Lastendrohnen könnten künftig Material und Munition an die Front oder Verwundete und Tote zurück transportieren, aber zugleich auch zivil genutzt werden.

Da in der Bevölkerung die Bereitschaft zum Kampfeinsatz gering ist, können die Drohnensysteme fernab der Front gewissermaßen in Home Office (sogar von Rentnern) betrieben werden. Die Bediener sitzen zu Hause am Bildschirm und steuern die Systeme von dort aus. Dadurch sind sie schwer zu identifizieren, auch können die Bediener mobil agieren, indem sie von verschiedensten Fahrzeugen aus arbeiten und ständig den Standort wechseln können. Eine weitere Möglichkeit wäre, daß die Systeme mittels KI einen Auftrag erhalten und ihn selbsttätig ausführen.

Die Mechanisierung und Automatisierung des Krieges verändert damit nicht nur die Waffen, sondern auch die Rolle des Menschen selbst. Der Krieg der Zukunft wird zunehmend ein technologischer, digitaler und automatisierter Konflikt sein – mit weitreichenden politischen, gesellschaftlichen und ethischen Folgen.

Gerd-Uwe Dahlmann

Annalena Bearbock und die Weltpolitik

Eine Frau Bearbock kräht jetzt öffentlich: Rußland soll einfach mit dem Krieg aufhören. Wer hat denn acht Jahre lang die Ostukraine beschossen? Sie trampelt taktlos wie ein Elefant im politischen Betrieb herum und belehrt China und andere ohne sich der Folgen bewußt zu sein. Ist das nun weibliche Diplomatie? Politik ist kein soziologisches Seminar, wo politisches Wunschdenken diskutiert werden kann. Auch ist sich Bearbock offensichtlich nicht darüber im Klaren, daß Deutschland außenpolitisch keine Macht hat und das was der Mainstream von ihrer klaren Kante posaunt wirkungslos verhallt.

Nein, der von Rußland begonnene Krieg ist gewiß nicht rechtens, aber die vom Westen (vornehmlich den USA) gemachten Kriege auch nicht; angefangen von Korea, über Vietnam, Jugoslawien, den Irak bis hin zu Afghanistan. Von den vielen verschiedenen Kolonialkriegen und verdeckten Operationen einmal abgesehen und nun eben auch Rußland, wie in Georgien und der Ukraine; cosi fan tutte.

Deutsche und andere Kriegsschiffe umkreisen norwegische Bohrinseln, um sie vor russischen U-Booten zu schützen, die angeblich die norwegischen Bohrinseln bedrohen oder ihre Pipelines zerstören wollen. Russische U-Boote tummeln sich tatsächlich bereits um die Bohrtürme und erkunden wahrscheinlich deren genaue Lage,

Auf keinen Fall ist damit zu rechnen, wenn die Ukrainer eine Gegenoffensive erfolgreich umsetzen könnten, daß die Russen eine totale Niederlage hinnehmen würden. Sollte der Krieg derart eskalieren, würden die Russen in der Ukraine taktische Atomwaffen einsetzen und dann tatsächlich die norwegischen Pipelines in der Nordsee zerstören und damit die Energieversorgung in Europa zum Erliegen bringen. Auch hier gilt; genauso wie es die Andern machen (siehe Nordstream I und II).

Die Strategen im Westen unterliegen dem Irrglauben Rußland könnte technologisch nicht mithalten und wird zurück fallen, aber, viele Westler haben Rußlands Zukunftsphilosophie noch nicht verstanden.

Rußland muß nicht die besten Haushaltsgeräte herstellen und auch nicht andere Konsumgüter in höchster Qualität. Rußland hat, bedingt durch seinen Rohstoff-reichtum, genügend Geld diese Güter auf dem Weltmarkt einzukaufen oder baut z. B. chinesische Automobile in Lizenz. Mit ihrem hochentwickelten technologisch- militärischen Wissen baut Rußland nun auch wieder eigene Verkehrsflugzeuge. Rußland investiert massiv in den Schwer- Landmaschinen- und Anlagenbau, was hinsichtlich seiner Rohstoffe und Landwirtschaft verständlich ist. Rußland entwickelt sich zum größten Produzenten von Nahrungsmitteln, es kann bei Bedarf sofort große Mengen als Hilfsgütern liefern und somit politisch nutzen. Rußland hat die größte Eisbrecherflotte der Welt und baut diese noch weiter aus. Damit hält es die Nordrute (16 Tage Zeitersparnis) für z.B. China frei und wird sich das natürlich bezahlen lassen. Rußland baut die modernsten Atomkraftwerke und liefert sie in alle Welt. Es hat gerade 20 Milliarden Euro für die Entwicklung des geschlossenen Brennstoffkreislaufes genehmigt, das heißt für die Wiederverwendung von Atommüll. Damit deckt Rußland das Energiespektrum komplett ab. Rußland baut mobile Kleinatomkraftwerke, die über die See und Flüsse in entlegenste Gebiete gebracht werden können.

Rußland wird keine Waschmaschinen kaufen, und die Chips ausbauen, um sie für ihre Waffensystemen zu verwenden, denn dazu sind diese wegen den viel höheren Anforderungen nicht geeignet, also kann Russland diese bereits selbst herstellen. Wer glaubt denn, daß Rußland nicht fähig ist auch komplexe Elektronik zu entwickeln, für die Rüstung kann es das ja auch.

Putin hatte 2001 im Bundestag Deutschland ein Partnerschaftsangebot gemacht. Das wäre ein win win – Geschäft für beide gewesen, Deutsche Technologie gegen russische Rohstoffe. Natürlich war es auch Putins Absicht Deutschland von den USA zu lösen. Gerhard Schröder hatte dies erkannt und wollte mitmachen, hat jedoch die Absichten des amerikanischen militärisch industriellen Komplexes unterschätzt. Nach mehreren Sanktionen und der Nato-Osterweiterung, die von den USA initiiert wurden, hat sich Putin endgültig Asien zugewandt, zum selbstverschuldeten Schaden Europas und Deutschlands.

Der Abstieg Deutschlands und mit ihm Europas ist determiniert. Die Polen glauben in einem Anflug von Größenwahn Deutschland wirtschaftlich zu überholen. „Polen das neue Deutschland“, tönt es aus Polen, aber auch aus den USA, um ein Großreich von Finnland bis zum Schwarzen Meer errichten zu können. Auf die Westukraine möchte Polen demnächst zugreifen und die sich einverleiben. Die Westukraine wäre in diesem Fall automatisch Nato-Gebiet. Die Polen merken nicht, daß sie in Wirklichkeit nur das Aufmarschgebiet der USA für einen, unter Einsatz von Nuklearwaffen, konventionellen Krieg sind, der nachdem die USA China ausgeschaltet haben (so die Vision), dann Rußland in Einzelstaaten zerschlagen soll (Friedman, Brzezinski, Kissinger, Barnett u.A.). Die zur Zeit gigantische Aufrüstung Polens, wird dann sein Untergang sein.

Deutschland wird in dieser, von den USA betriebenen Auseinandersetzung, relativ glimpflich davon kommen. Da Deutschland inzwischen fast komplett entwaffnet ist, brauchen die Russen nur die Nachschubwege der Amerikaner zerstören.

Bei realistischer Betrachtung der Weltlage, mag es sein daß weder die russische noch die chinesische Regierung Deutschland wohl gesonnen ist; ist es aber die Regierung der USA?

(Gerd-Uwe Dahlmann)