{"id":580,"date":"2017-12-12T09:52:59","date_gmt":"2017-12-12T08:52:59","guid":{"rendered":"http:\/\/deutsche-partei-dp.de\/?p=580"},"modified":"2023-10-10T18:09:27","modified_gmt":"2023-10-10T16:09:27","slug":"trumps-anerkennung-von-jerusalem-als-israelische-hauptstadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/deutsche-partei-dp.de\/?p=580","title":{"rendered":"Trumps Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Defacto-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel und der Erkl\u00e4rung, die US-amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen, hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump \u00d6l ins Feuer der angestrebten Friedens- und Zwei-Staaten-L\u00f6sung gegossen. Zu den bisherigen \u201aBrandherden\u2018 in Nahost gesellt sich nun wohl wieder eine Versch\u00e4rfung der Situation in dieser Region durch einen \u201aIsrael-Pal\u00e4stina-Konflikt\u2018 um Jerusalem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn sich augenblicklich international heftiger Widerstand gegen eine \u00c4nderung des Status quo in Jerusalem regt, wird auf Dauer nur eine Friedensregelung im Rahmen von Friedensverhandlungen Stabilit\u00e4t in diese Region bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ursachen f\u00fcr diesen Konflikt reichen weit zur\u00fcck in das Ende des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Aus aktuellem Anla\u00df daher noch einmal meine Abhandlung zu diesem Thema aus der \u201eDeutschland-Post\u201c von Dezember 2014 hier wiedergegeben.<\/p>\n<p>(H. St)<\/p>\n<p><strong>\u201eIsrael und die Pal\u00e4stinenser:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (H. St)<\/strong><\/p>\n<p>-Folgen einer umgesetzten Vision &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theodor Herzl (1860 \u2013 1904), Begr\u00fcnder des politischen Zionismus , Organisator des 1. Zionistischen Weltkongresses (1897) und dann Pr\u00e4sident der Zionistischen Weltorganisation , forderte in seiner programmatischen Schrift \u201eDer Judenstaat\u201c 1896 die Gr\u00fcndung eines j\u00fcdischen Staates in Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bef\u00f6rdert wurde dieses Vorhaben durch ein Versprechen des britischen Au\u00dfenministers\u00a0 Lord Balfour gegen\u00fcber der zionistischen Bewegung 1917, eine nationale Heimstatt f\u00fcr die Juden in Pal\u00e4stina zu schaffen. Balfour \u00f6ffnete damit T\u00fcr und Tor f\u00fcr einen endlosen Konflikt. Durch UN-Resolution 181 vom 29. November 1947 wurde Pal\u00e4stina politisch willk\u00fcrlich aufgeteilt in ein Staatsgebiet \u201ePal\u00e4stina\u201c und \u201eIsrael\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon zuvor hatten sich j\u00fcdischen Gruppierungen zu Untergrundmilizen (z.B. die Hagana, gef\u00fchrt von Menachem Begin (1913 \u2013 1992), sp\u00e4ter Ministerpr\u00e4sident Israels (1977 \u2013 1983) und Friedensnobelpreistr\u00e4ger (1978)) und paramilit\u00e4rische Organisationen zusammengeschlossen, die ab dem Zeitpunkt des UN-Teilungsbeschlusses mit gezielten Terrorangriffen gegen Pal\u00e4stinenser und ihrer angestammten Wohngebiete die \u201eethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas\u201c begannen, die bis heute noch anh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df sich die Pal\u00e4stinenser seit dieser Zeit solch einem Terror Israels \u2013 auch im Hinblick auf milit\u00e4rische Annexion von Pal\u00e4stinenserland und intensiven Wohnsiedlungsbau zur Wehr setz(t)en, ist allzu verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Historisch und biblisch gesehen, gab es nie einen Landstrich in Vorderen Orient , der sich rein j\u00fcdisch oder gar israelitisch zuordnen und benennen lie\u00dfe; er lautet seit jeher \u201ePal\u00e4stina\u201c, in der j\u00fcdischen Religion \u201eEretz Israel\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moses hatte lediglich Gottes Auftrag, sein Volk, die Israeliten, in das \u201egelobte Land\u201c zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlu\u00dffolgert man aus diesen \u2013 zwischenzeitlich \u2013 historisch belegten Vorzeichen und Gegebenheiten das Vorgehen \u00a0israelischer Politik von 1947 bis heute gegen die Pal\u00e4stinenser, so scheint es zul\u00e4ssig zu sein, bestimmte Politiker dieser Epoche als Vertreter dieser rigiden Politik durchaus als Israels \u201eStaatsterroristen\u201c bezeichnen zu d\u00fcrfen; augenblicklich scheint ihn der \u201eHardliner\u201c Netanjahu zu verk\u00f6rpern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritische \u00c4u\u00dferungen jedoch im Hinblick auf Israels politisch-milit\u00e4rische Verhaltensweisen\u00a0 den Pal\u00e4stinensern gegen\u00fcber laufen in Deutschland meist Gefahr, nach \u00a7 130 Strafgesetzbuch\u00a0 als Volksverhetzung und Beleidigung Israels\u00a0 und der Juden eingestuft zu werden und schr\u00e4nken so das Recht der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung nach Artikel 5 Grundgesetz grunds\u00e4tzlich ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bundesrepublikanische Regierungen haben sich dieserhalb bisher wohl nicht\u00a0 &#8211; mit R\u00fccksicht auf das \u201ebesondere\u201c historische Verh\u00e4ltnis und die Verantwortung Deutschlands zu Israel und den Juden \u2013 allzu kritisch zum historischen Spannungsfeld zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern ge\u00e4u\u00dfert. Vielleicht gibt es hierzu regierungsamtlich unausgesprochen eine Auffassung , die Evelyn Hecht-Galinski (Tochter von Heinz Galinski (1912 \u2013 1992), dem als \u201eBerufsjude\u201c bezeichneten langj\u00e4hrigen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland) als Buchtitel formulierte: \u201eDas elfte Gebot: Israel darf alles\u201c.<\/p>\n<p>Literaturhinweise:<\/p>\n<p>Ilan Pappe: Die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas, Verlag Zweitausendeins, Deutsche Ausgabe 2007, ISBN 978-3-86150-791-8<\/p>\n<p>Shlomo Sand: Die Erfindung des j\u00fcdischen Volkes \u2013 Israels Gr\u00fcndungsmythos auf dem Pr\u00fcfstand , List-Taschenbuch, 3. Auflage 2011, ISBN 978-3-548-61033-7<\/p>\n<p>Evelyn Hecht-Galinski: Das elfte Gebot\u201c : Israel darf alles , Edition -tz.de., 3. Auflage 2012, ISBN 978-3-940456-51-9<\/p>\n<ul>\n<li>130 StGB: <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/130.html\">http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/stgb\/130.html<\/a> \u201e<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Defacto-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel und der Erkl\u00e4rung, die US-amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen, hat US-Pr\u00e4sident Donald Trump \u00d6l ins Feuer der angestrebten Friedens- und Zwei-Staaten-L\u00f6sung gegossen. 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