{"id":49,"date":"2011-10-01T01:23:12","date_gmt":"2011-09-30T23:23:12","guid":{"rendered":"http:\/\/deutsche-partei-dp.de\/?p=49"},"modified":"2014-11-01T01:23:30","modified_gmt":"2014-10-31T23:23:30","slug":"recht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/deutsche-partei-dp.de\/?p=49","title":{"rendered":"Recht"},"content":{"rendered":"<h2>Recht<\/h2>\n<div class=\"entry\">\n<p>Notwehr\/Nothilfe und Folterverbot \u2013 Entsch\u00e4digung f\u00fcr einen M\u00f6rder (F.M. 10.2011)<\/p>\n<p>Das Landgericht Frankfurt am Main hat dem M\u00f6rder und fr\u00fcheren Jurastudenten G\u00e4fgen eine Entsch\u00e4digung von 3.000 \u20ac zugesprochen, weil die Polizei ihm zur Rettung eines entf\u00fchrten Kindes Gewalt angedroht hatte, wenn er nicht den Aufenthalt des Kindes nennen w\u00fcrde. Das Kind, das er \u2013 zur Erpressung einer Millionensumme von den Eltern \u2013 entf\u00fchrt hatte, war von ihm zu diesem Zeitpunkt bereits ermordet worden, was sich erst sp\u00e4ter herausstellte.<\/p>\n<p>Schon nach dem fr\u00fcheren Naturrecht durfte jeder zur Abwendung eines gegenw\u00e4rtigen rechtswidrigen Angriffs auf sich (Notwehr) oder einen anderen (Nothilfe) die erforderliche Verteidigungshandlung vornehmen, die bis zur T\u00f6tung des Angreifers gehen darf, wenn dieser das eigene oder fremde Leben bedroht, weil das eigene Recht auf Leben nicht dem fremden Unrecht des T\u00e4ters weichen mu\u00df.<\/p>\n<p>Das Merkmal \u201eErforderlichkeit\u201c begrenzt die Verteidigungsmittel auf maximaldas zu sch\u00fctzende Rechtsgut entsprechende Ma\u00dfnahmen, eine \u00dcberschreitung bleibt nur aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken straflos (heute \u00a7\u00a7 32 ff StGB).<\/p>\n<p>Die Polizei handelte daher rechtm\u00e4\u00dfig, weil sie ein h\u00f6herwertiges Rechtsgut (Leben) sch\u00fctzen wollte; dies gilt auch deshalb, weil sie in einem unvermeidbaren Irrtum \u00fcber Tatumst\u00e4nde war (sie wu\u00dfte nicht, da\u00df das Kind bereits tot war). Deswegen handelte es sich nicht um Folter, um z.B. sein Gest\u00e4ndnis zu erpressen, sondern um Nothilfe, denn die Polizei wollte das Kind retten.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber ist das Folterverbot nach Art. 3 der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention eine allgemeine Bestimmung, die die konkretere Notwehr\u00adregelung nicht au\u00dfer Kraft setzt.<\/p>\n<p>Auch die Berufung auf die Menschenw\u00fcrde ist nicht geeignet, die traditionsreiche und ausgewogene Regelung des Notwehr- und Selbstverteidi\u00adgungsrechts au\u00dfer Kraft zu setzen, denn die W\u00fcrde des Opfers hat nach der Grundidee des Rechts einen h\u00f6heren Rang als die des T\u00e4ters! Die Unabh\u00e4ngigkeit der Dritten Gewalt \u2013 der Justiz \u2013 gebietet, da\u00df sie nicht einer ausufernden und verwirrenden Gesetzesflut, sondern \u2013 wie es Art. 20 III GG fordert \u2013 dem Recht, d.h. der klassischen Rechtsidee, dient.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Recht Notwehr\/Nothilfe und Folterverbot \u2013 Entsch\u00e4digung f\u00fcr einen M\u00f6rder (F.M. 10.2011) Das Landgericht Frankfurt am Main hat dem M\u00f6rder und fr\u00fcheren Jurastudenten G\u00e4fgen eine Entsch\u00e4digung von 3.000 \u20ac zugesprochen, weil die Polizei ihm zur Rettung eines entf\u00fchrten Kindes Gewalt angedroht hatte, wenn er nicht den Aufenthalt des Kindes nennen w\u00fcrde. 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